Corona-Virus in Lesotho

Hallo ihr Lieben,

wir sind -genauso wie alle Menschen auf der Welt- gerade sehr beunruhigt,
weil sich das Corona-Virus überall ausbreitet.

Wir möchten euch hier in den nächsten Wochen erzählen, was bei uns in Lesotho passiert:

 

19. März 2020: In Lesotho wurden alle Schulen geschlossen!

 

An unserer Schule sind einige Kinder, die nur während der Schulzeit hier in Mokhotlong bei Verwandten leben. Diese Kinder versuchen nun zu ihren Familien zurückzukehren, die in einem der entlegenen Dörfer in der Nähe Mokhotlongs leben.
Die Kinder, die mit ihren Familien hier in Mokhotlong leben, dürfen jeden Tag zur Schule kommen, um dort ihr Frühstück (porrdige) und ihr Mittagessen (pap with vegetables) abzuholen. Dabei achten wir sehr darauf, dass wir viel Abstand zueinander halten (mindestens 3 Meter).

 

 

 

Gott sei Dank wurde bei uns bisher noch niemand infiziert. Doch in unserem Nachbarland Südafrika gibt es von Tag zu Tag mehr Menschen, die sich mit dem Corona-Virus infiziert haben. Südafrika hat vor drei Tagen (16. März 2020) die Grenzen zu den Nachbarländern, also auch zu Lesotho, geschlossen. Da aber viele Basothos in Südafrika arbeiten und natürlich in der nächster Zeit auch nach Hause zu ihren Familien kommen werden, befürchten wir, dass sich das Virus bald auch in Lesotho ausbreiten wird … 

 

 

 

 

Mr Lekanyane wünscht sich sehr, dass Seife an die Kinder verschenkt werden kann, deren Eltern die Seife -die sie nun ganz dringend brauchen- nicht selbst kaufen können.

 

 

29. März 2020 – 21. April 2020: lockdown (Sperrung) in ganz Lesotho

Seit 10 Tagen sind nun die Schulen geschlossen. Nun hat die Regierung noch mehr und noch viel strengere Regeln beschlossen, damit sich das Corona-Virus nicht weiter ausbreitet: Durch die strengen Regeln soll so verhindert werden, dass sich gesunde Menschen und Menschen, die sich mit dem Corona-Virus angesteckt haben, treffen; kein weiterer Mensch soll angesteckt werden! Ab heute gibt es deswegen im ganzen Land einen “lockdown“; also eine “Sperrung”:

* Damit ist gemeint, dass so wenig Menschen wie möglich, so selten wie möglich aus ihrem Haus gehen dürfen. Es ist nur erlaubt aus dem Haus zu gehen, wenn man dringend Lebensmittel oder Medikamente kaufen muss oder zum Arzt gehen muss.

* Nur die Menschen, die sich um kranke Menschen kümmern (Ärzte, Krankenschwestern, Krankenpfleger, Apotheker, …), dürfen zur Arbeit gehen. Und auch die Polizisten dürfen zur Arbeit gehen. Sie kontrollieren nun auch, ob die Menschen sich an die Verbote halten.

* Fast alle Geschäfte sind geschlossen. Nur die Geschäfte, die Lebensmittel verkaufen, haben geöffnet, damit die Menschen Lebensmittel kaufen können. Auch die Apotheken haben geöffnet, damit die Menschen Medikamente kaufen können. Doch leider gibt es immer noch kein Medikament und auch keinen Impfstoff gegen das Corona-Virus 🙁 ! Auf der ganzen Welt versuchen die Wissenschaftler ein Medikament und einen Impfstoff gegen das Corona-Virus zu entwickeln.

Es gibt nun 8 Menschen in Lesotho, bei denen der Verdacht besteht, dass sie sich mit dem Corona-Virus angesteckt haben. Es wurde mit ihnen ein Test gemacht, um herauszufinden, ob sie sich angesteckt haben. Die Tests wurde nach Südafrika in ein Labor geschickt. Nun warten die Menschen auf das Ergebnis. Erst dann wissen sie, ob sie sich mit dem Corona-Virus angesteckt haben. 

 

2. April 2020: Heute kamen die Testergebnisse aus Südafrika

Die Tests der 8 Menschen sind negativ! Das heißt, dass sich bis jetzt noch kein Mensch in Lesotho mit dem Corona-Virus angesteckt hat.

 

24. April: An unserer Schule wurden heute Lebensmittel verteilt 

 

Eigentlich konnten die Kinder, die in der Nähe der Schule wohnen, seit Beginn der Corona-Ferien jeden Tag zur Schule kommen, um sich dort eine Mahlzeit abzuholen. Weil aber alle Kinder im Moment lieber zu Hause bleiben, um sich nicht mit dem Corona-Virus anzustecken, kam bisher kein Kind zur Schule, um sich eine Mahlzeit abzuholen.
Deswegen hat die Schulleiterin nun entschieden, dass heute die Familien zur Schule kommen können, die gerade nicht genug Geld verdienen, um sich selbst genug Lebensmittel kaufen zu können. Denn genauso wie bei euch in Deutschland können und dürfen viele Eltern gerade nicht zur Arbeit gehen, um Geld zu verdienen.

Diese Familien bekamen heute die Lebensmittel, die eigentlich unsere Köchinnen nutzen, um für uns das Frühstück und Mittagessen zuzubereiten. Wir finden, dass dies eine ganz tolle Idee unserer Schulleiterin war 🙂 🙂 🙂 und bedanken uns sehr dafür 🙂 !!!

 

28. April: Der Winter beginnt …

Heute hat es in Mokhotlong geschneit. Wir Kinder freuen uns eigentlich über den Schnee 🙂 . Aber viele Eltern sind nun ein wenig besorgt, denn nun ist es schwer, genug Gemüse zu ernten. Ihr wisst ja, dass in Lesotho viele Familien von dem Obst und Gemüse leben, das sie in ihrem Garten ernten können. Doch wenn es nun schneit, kann nicht mehr so viel geerntet werden 🙁 .

 

29. August: In diesem Winter hat es in Lesotho zu wenig geschneit oder auch geregnet:

Viele Menschen haben im Moment kein Leitungswasser. Sie müssen zu einer Trinkwasser-Versorgungsstelle gehen und von dort ihr Trinkwasser für zu Hause holen. Bei diesen Versorgungsstellen gibt es ein Mal am Tag Trinkwasser. Die Menschen stellen schon am frühen Morgen ihre Wasserkanister in einer langen Reihe auf, damit sie dann, wenn die Versorgungsstelle geöffnet hat, ihr Trinkwasser holen können und sie nicht all zu lange warten müssen. Gerade jetzt ist es soooo wichtig, genug Wasser zu haben, um sich regelmäßig die Hände waschen zu können und sich so vor dem Corona-Virus schützen zu können.     

 

 

13. Mai: Heute wurde in den Nachrichten gesagt, dass sich in Lesotho ein Mensch mit dem Corona-Virus angesteckt hat 🙁 .

22. Mai: Nun hat sich in Lesotho der zweite Mensch mit dem Corona-Virus angesteckt 🙁 .

3. Juni: Es haben sich nun vier Menschen mit dem Corona-Virus angesteckt 🙁 .

21. Juni: Es sind nun zwölf Menschen, die sich mit dem Corona-Virus angesteckt haben 🙁 .

10. Juli: 184 Menschen haben sich nun mit dem Corona-Virus angesteckt 🙁 .

29. August: Ungefähr 900 Menschen haben sich bis jetzt mit dem Corona-Virus angesteckt 🙁 .

 

Wir hoffen sehr, dass die erkrankten Menschen schnell wieder gesund werden …

 

Wenn auch du möchtest,
dass alle Menschen in Mokhotlong genug Seife haben,
dann kannst dabei mithelfen und hier spenden.
Ein Stück Seife kostet 60 Cent.

Wir beten dafür, dass alle Menschen gesund bleiben … 

Please stay healthy 🙂 !