Verbesserung der Lebensbedingungen

Wasser und Nahrung sind ein kostbares Gut; dies weiß man umso mehr zu schätzen, wenn es nicht zur stetig Verfügung steht. In Lesotho ist die Wasser- und Nahrungsmittelversorgung aufgrund der überwiegend betriebenen Subsistenzwirtschaft (Selbstversorgung) der Bevölkerungsmehrheit ganz unmittelbar abhängig von ausreichend guten Wetterbedingungen.

In den vergangenen Jahren meldete das Land immer wieder akute Nahrungsmittelengpässe; d.h. der Großteil der Bevölkerung konnte sich nicht mehr ausreichend mit Nahrungsmitteln versorgen; zuletzt geschah dies im Jahr 2016.
Meldung Lesotho (2016): Die Regierung des Königreichs Lesotho hat die Dürre als nationale Katastrophe eingestuft. Sie gehe davon aus, dass von den zwei Millionen Einwohnern rund 650.000 dringend Nahrungsmittelhilfe brauchen würden. Die Wasserstellen seien ausgetrocknet und die Menschen würden täglich zwei bis drei Stunden benötigen, um etwas Wasser zu sammeln. Gesundheitszentren und Krankenhäusern fehle Wasser, sodass die Patienten aufgefordert würden, selbst Wasser mitzubringen. Die Auswirkungen des Wetterphänomens El Niño würden bis Ende 2016 andauern. Besonders hart getroffen würden Personen, die mit HIV oder AIDS leben müssen.

Ursache für diese humanitäre Katastrophe ist überwiegend der Klimawandel, von dem Lesotho stark betroffen ist. Auf diese extremen Wetterbedingungen als Zeichen und Folgen des Klimawandels, muss sich das Land in Zukunft einstellen.

Durch monatelang anhaltende Trockenheit und extreme Dürre während der Sommermonate fallen die Ernten immer häufiger geringer oder ganz aus, mit dramatischen Auswirkungen für die Bevölkerung.
Wenn dann nach monatelanger Trockenheit und Dürre der erste Regen fällt, kann der ausgetrocknete und harte Boden das Wasser nicht aufnehmen; dies führt häufig zu Überschwemmungen sowie Bodenerosion.
In den Wintermonaten gibt es oft zu wenig Regen. Dieser reicht kaum aus, den Grundwasserspiegel zur Speisung der Brunnen aufrecht zu erhalten. Außerdem fallen die Temperaturen in den Berglagen oft unter den Gefrierpunkt, wodurch großflächige Ernteverluste entstehen.

Wassermangel und Ernteausfälle; Nahrungsmittelknappheit und Hunger als Folgen dieser extremen Wetterbedingungen treffen ausgerechnet ein Land, in dem ohnehin schon viele Menschen unter Nahrungsunsicherheit und großer Armut leiden.

Die ohnehin äußerst schwierigen Lebensbedingungen werden durch extreme Wetterbedingungen nun nochmals verstärkt:
In Lesotho lebt der Großteil der Bevölkerung von der Subsistenzwirtschaft, d.h. die meisten Menschen versorgen sich durch den Anbau von Nahrungsmitteln selbst. Bauern sorgen für den eigenen Bedarf und den Nahrungsmittelbedarf in der Umgebung.
Wenn Ernten ausfallen, fehlt ihnen die Lebensgrundlage. Viele verkaufen im Überlebenskampf das letzte Hab und Gut. Nutztiere werden (oft unter Wert)  verkauft oder für den Eigenbedarf geschlachtet; u.a.  auch Rinder, die eigentlich zum bewirtschaften der Felder gebraucht werden. Das Saatgut für die nächste Aussaat wird verzehrt. Gleiches gilt für die vielen Viehzüchter und Hirten. Wenn ihre Tiere verhungern oder verdursten fehlt ihnen ihre Existenzgrundlage. Arme und mittellose Menschen trifft es besonders hart, denn sie haben keinerlei Reserven.
Aufgrund zu geringer oder ausgefallener Ernten steigen die Preise für Grundnahrungsmittel; vieles muss importiert werden. Für viele Menschen, die ohnehin mit geringen finanziellen Mitteln ihren Leben bestreiten müssen, sind die Grundnahrungsmittel und damit eine Grundversorgung dann unerschwinglich. Sie sind auf zusätzliche Hilfe, u. a. durch das Welternährungsprogramm der UN (World Food Programme; WFP), angewiesen.
Ernteausfälle und Viehsterben zwingt die Menschen, auf der Suche nach einer Überlebenschance, häufig zum Verlassen ihrer Heimatdörfer. Die Landflucht nimmt zu. Es kommt vor, dass die Eltern ihre Kinder verlassen, um nach Arbeit zu suchen, um so ihre Kinder versorgen zu können. Die Kinder bleiben dann häufig alleine zurück.

Die Menschen, die ausharren müssen, sind auf Hilfe angewiesen. Seit Jahren müssen viele Menschen in Lesotho durch das UN-Welternährungsprogramm (WFP) mit Lebensmitteln versorgt werden. Die am meisten gefährdeten Menschen wie stillende Mütter, HIV/Aidskranke sowie Tuberkulose Patienten und andere Hilfsbedürftige werden vorrangig versorgt. Den Kindern drohen aufgrund Fehl-und Mangelernährung bleibende Gesundheitsschäden. Zudem begünstigt eine Fehl- und Mangelernährung Infektionskrankheiten. Ein eingeschränkter Zugang zu Wasser und Hygiene kann Krankheiten ausbrechen lassen.

Seit dem Jahr 2008 bietet das UN-Welternährungsprogramm in Lesotho landesweite Schulspeisungen an. Für viele Kinder ist dies die einzige Mahlzeit am Tag. Doch oft gehen die Kinder nicht zur Schule, weil sie auf Geschwister aufpassen müssen, weil sie Angehörige betreuen müssen, weil sie arbeiten müssen oder weil sie zu schwach sind. So beeinträchtigt eine monatelang anhaltende Trockenheit und extreme Dürre neben der Gesundheit auch die Bildung – und damit die Zukunft des Landes.

Die Menschen in Lesotho brauchen eine verlässliche Unterstützung, wodurch die zuverlässige Versorgung mit Wasser, fruchtbarem Boden, Saatgut (evtl. Dünger) und Nutztieren gewährleistet wird. Die folgenden Hilfs- und Mitmachprojekte versuchen dies zu ermöglichen:

  • Teebeutelgärten anlegen
  • Schlüssellochgärten anlegen
  • Sackgärten anlegen
  • Treibhäuser / Gewächshäuser bauen
  • Sorghum und Hirsesorten anbauen, die mit wenig Wasser auskommen
  • Regentonnen aufstellen
  • Wasserspeicher bauen
  • Wasserfilter bereitstellen
  • Nebelfänger aufstellen
  • Bewässerungssysteme bauen
  • Nutztiere halten

Weitere soziale Projekte:

  • gemeinsam mit Psychologen “memory books” schreiben
  • Spinnräder und Webstühle bauen
  • in Zusammenarbeit mit Weltläden traditionelle Handarbeiten anbieten

All diese Projekte sollen mittel- und langfristig gemeinsam mit euch und den Menschen im District Mokholtong realisiert werden. Unter “Projekte” erfahrt ihr, welche Hilfs- und Mitmachprojekte bereits umgesetzt wurden bzw. aktuell durchgeführt werden.

Wir freuen uns über jedes Hilfsangebot, das dazu beitragen kann, weitere Projekte zu realisieren 🙂 . Gerne könnt ihr uns schreiben unter: sunumbrella@outlook.de