Kinder wollen lernen; sie sind glücklich und stolz, wenn sie zeigen können, was sie schon können. Lernen ist für sie etwas ganz Besonderes und zugleich macht eine gute Bildung ihre Träume möglich.
Den Kindern eine gute Bildung zu ermöglichen, bedeutet den Menschen Hoffnung zu schenken. Eine gute Bildung ist die wichtigste Voraussetzung für Kinder, um später ein selbstbestimmtes Leben führen zu können und für sich selbst sorgen zu können. Somit ist eine gute Bildung die nachhaltigste Hilfe zur Selbsthilfe. In der UN-Kinderrechtskonvention ist festgelegt, dass jedes Kind ein Recht auf (gute) Bildung hat. Doch dieses Recht kann in Lesotho nur bedingt umgesetzt werden.

Seit dem Jahr 2000 besteht in Lesotho Schulpflicht. Der Besuch der Grundschule (1. – 7. Klasse) ist kostenlos. Grundschulkinder bekommen die Schulsachen von dem Ministerium bereitgestellt; nur die obligatorische Schuluniform muss selbst gekauft werden. An den weiterführenden Schulen werden Schulgebühren erhoben.

Heute gehen 89% der Mädchen und 83% der Jungen zur Grundschule; für viele Kinder in Lesotho ist es demnach immernoch ein unerfüllter Traum Lesen, Schreiben und Rechnen lernen zu dürfen; sie bekommen nicht die Möglichkeit zur Schule gehen zu können. Viele Kinder besuchen die Schule sehr unregelmäßig oder nur für einen kurzen Zeitraum.
Denn wenn die Armut groß ist, ist der Schulbesuch meist nicht selbstverständlich. Obwohl Bildung der beste Weg ist, um der Armut zu entkommen, können insbesondere die Kinder aus armen Familienverhältnissen die Schule nicht besuchen. Die Gründe hierfür sind vielfältig und komplex; sie ergeben sich größtenteils aus den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Strukturen des Landes:

In den ländlichen Dörfern der highlands (u.a. im District Mokhotlong) leben die Familien ganz überwiegend von der Subsistenzwirtschaft (Selbstversorgung) und häufig an der Grenze des Existenzminimums. In diesen Familien müssen die Kinder oft (mit)arbeiten, um das Überleben der Familie zu sichern. Die Kinder haben dadurch keine Zeit und ihre Eltern haben nicht genug Geld, um den Besuch der Schule zu ermöglichen. Die pure Überlebensangst zwingt die Eltern dazu bzw. lässt sie so handeln.

Eltern, die darauf angewiesen sind, ihren Lebensunterhalt durch die Subsistenzwirtschaft zu erwerben, müssen darin unterstützt werden, genug Nahrungsmittel anzubauen, sodass die Mitarbeit durch die Kinder nicht notwendig ist und diese die Schule besuchen können. Hier sollen die Hilfs- und Mitmachprojekte zur Verbesserung der allgemeinen Lebensbedingungen einen wertvollen Beitrag leisten.
Ein großer Erfolg konnte in dieser Hinsicht bereits erzielt werden: Seitdem durch das Welternährungsprogramm der UN (World Food Programme; WFP) im Jahr 2008 die Schulspeisung eingeführt wurde, kommen mehr Kinder zur Schule. Dies zeigt, dass es für die Eltern eine enorme Erleichterung ist, wenn die Versorgung ihrer Kinder  gewährleistet werden kann. Dies ermöglicht ihnen zumeist auf die Arbeitskraft ihres Kindes (zumindest vormittags) zu verzichten und es stattdessen zur Schule zu schicken.
Die PS Mokhotlong wird von dem WFP unterstützt. Die Kinder bekommen täglich morgens und mittags eine Mahlzeit.
Nur durch den Besuch der Schule erhalten diese Kinder die Chance dem Teufelskreis der Armut zu entkommen. Durch eine gute Bildung können sie es schaffen, später ein selbstbestimmtes und evtl. besseres Leben zu führen und für sich und ihre Kinder zu sorgen.

Ein weiterer Grund, für das Fernbleiben der Kinder vom Schulbesuch ist die Tatsache, dass sich viele Kinder um jüngere Geschwister kümmern müssen und dadurch keine Zeit für den Schulbesuch bleibt. Wenn Eltern bzw. Alleinerziehende erwerbstätig sind, oder ihre Heimatdörfer auf der Suche nach Arbeit verlassen mussten, müssen die Kinder auch hier Aufgabe der Eltern übernehmen und sich um die Geschwister kümmern. Auch gibt es Kinderhaushalte; das sind Haushalte, die selbstständig von Kindern geführt werden, da ihre Eltern verstorben sind und die Angehörigen sie nicht bei sich aufnehmen können. Diese Waisenkinder sind meist völlig auf sich gestellt; manchmal erhalten sie Unterstützung durch Nachbarn oder Dorfbewohner.
Die Regierung beabsichtig, die Zahl der Einrichtungen für Vorschulkinder (2-6 Jährige) zu erhöhen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den ländlichen Regionen. Kinder, die auf ihre jüngeren Geschwister aufpassen müssen, können sie hier während ihrer Unterrichtsstunden abgeben. Auch an der PS Mokhotlong gibt es eine solche Vorschulklasse („reception class“) für Kinder ab 5 Jahren.

In vielen Familien erhalten insbesondere die Mädchen nicht die Chance auf einen Schulbesuch. Oft kümmern sich Mädchen um schwache, kranke oder alte Angehörige.  Durch die noch immer noch sehr weit verbreitete traditionelle Rollenverteilung in der Gesellschaft wird vielen Mädchen Bildung vorenthalten, sie werden oft sehr früh verheiratet.
Dabei hat es besonders positive Auswirkungen, wenn Mädchen eine Schule besuchen. Denn Frauen mit Schulbildung bekommen weniger Kinder und können sie besser versorgen; die Kindersterblichkeit sinkt. Gebildete Mädchen sind außerdem selbstbewusster, werden weniger leicht ausgebeutet und können sich besser vor Krankheiten wie Aids schützen. Mädchenbildung ist so auch für die ganze Gesellschaft wichtig. Es ist wichtig, dass die Eltern informiert werden über die immense Bedeutung einer guten Bildung für Mädchen. Die Gesellschaft muss ihr Rollenbild überdenken.

Oft bleibt für viele Kinder neben all den genannten Gründen auch schlichtweg kein Geld für den Schulbesuch der Kinder. Obwohl der Besuch der Grundschule kostenlos ist und auch die Schulmaterialien vom Ministerium bereitgestellt werden, können viele Eltern das Geld für die obligatorische Schuluniform nicht aufbringen.

Die Einschulungsquote an Grundschulen (primary schools) liegt bei 80 %. Viele Kinder brechen aus den oben genannten Gründen die Schule vorzeitig ab. Nur 27 % der Mädchen und 18% der Jungen besuchen eine weiterführende Schule (high school); an diesen Schulen werden Schulgebühren erhoben.
Damit fehlen dem Land gut gebildete junge Erwachsene, die zur Hochschule bzw. der Universität gehen können und als gut ausgebildete Menschen einen wertvollen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung des Landes leisten können, um so den Weg von einem Entwicklungsland zu einem Schwellen- bzw. Industrieland ebnen zu können.

Die Kinder, die zur Schule gehen dürfen und können, finden völlig unzureichende Lern- und Lehrbedingungen vor. In den entlegenen Gebieten sind die Schulen absolut ungenügend ausgestattet. Auch ist der Weg zur nächsten Schule oft sehr weit. Unter diesen Bedingungen sehen viele Eltern im Schulbesuch ihrer Kinder keinen Sinn. Sie denken, dass ihre Kinder “sowieso nichts lernen”.
Die PS Mokhotlong wird von 646 Kindern besucht. Zu dem Kollegium gehören 14 Lehrerinnen/Lehrer und 3 Referendare. Die acht Klassen sind mit 70 bis 130 Kindern völlig überfüllt. Es ist kaum möglich, auf das individuelle Lern- und Leistungsvermögen der Kinder einzugehen. Es fehlt an Lern- und Lehrmaterialien. All das erschwert den Kindern und Lehrern das Lernen und Lehren immens.

Nur unter angemessenen Lern- und Lehrbedingungen können alle Kinder entsprechend ihres individuellen Lern- und Leistungsvermögens erfolgreich lernen und nur so kann ihr Recht auf eine gute Bildung gewährleistet werden.
Auch soll die Schule für die Kinder ein Ort sein, an dem das Lernen Spaß macht: die Kinder sollen sich aufgehoben und wohl fühlen und neben dem Lernen auch Zeit und Raum zum Spielen haben.

Durch die folgenden Hilfs- und Mitmachprojekte sollen die Lern- und Lehrbedingungen an der PS Mokhotlong und im District Mokhotlong verbessert werden:

All diese Projekte sollen mittel- und langfristig gemeinsam mit euch und den Menschen im District Mokholtong realisiert werden. Unter “Projekte” erfahrt ihr, welche Hilfs- und Mitmachprojekte bereits umgesetzt wurden bzw. aktuell durchgeführt werden.

Wir freuen uns über jedes Hilfsangebot, das dazu beitragen kann, weitere Projekte zu realisieren 🙂 . Gerne könnt ihr uns schreiben unter: sunumbrella@outlook.de